Am
heutigen Montag hat ein
Erdbeben der
Stärke 6,0 im Osten der Türkei
57 Menschen in den Tod gerissen. Laut Behördenangaben wurden mindestens
100 weitere Personen verletzt. In der Provinz
Elazig, die sich rund 550 Kilometer östlich von Ankara befindet, wurden durch den Erdstoß und weitere 30 Nachbeben mindestens
sechs Dörfer zerstört.
Die meisten Menschen wurden von dem Beben, das sich am frühen Morgen um
4.32 Uhr ereignete, im Schlaf überrascht. Das
Epizentrum befand sich nahe des Dorfes Basyurt. Jedoch waren die Erschütterungen auch in den umliegenden Provinzen Tunceli, Bingöl und Diyarbakir deutlich zu spüren und verursachten dort ebenso Panik.
Wie ein Gemeindevorsteher dem Fernsehsender NTV mitteilte, traf es das
Dorf Okcular am Schlimmsten: Da ein Großteil der Häuser hauptsächlich aus Lehm gebaut
sei, wären diese buchstäblich zu Staub zerfallen. Allein in Okcular gibt es 17 Todesopfer zu beklagen. Ähnliche Informationen stammen aus dem Dorf Yukari Kanatli: „Hier ist kein Stein auf dem anderen geblieben“, sagte der dortige Gemeindevorsteher. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond schaffte Zelte in die Region, um
Notlager für die Überlebenden zu errichten.
Ein Team von Seismologen um Bernhard Doft vom Meteorologischen Institut der Niederlande schloss einen Zusammenhang mit den jüngsten Erdbebenkatastrophen von Haiti und Chile jedoch aus. "Diese Ereignisse sind zu weit voneinander entfernt, um sich direkt gegenseitig zu beeinflussen", teilte er mit.
Die Türkei liegt in einer erdbebengefährdeten Region, da die Kontinentalplatten Eurasiens und Afrikas miteinander kollidieren. Daher sind regelmäßig Erschütterungen zu verzeichnen, die jedoch nur sehr leicht sind. 1999 hatten zwei schwere Erdbeben im Nordwesten der Türkei rund
18.000 Menschen das Leben gekostet.